Wenn die Natur den Tisch deckt
Autsch, das tat weh. Brennesseln kennt und fürchtet wohl jeder. Ein Unkraut, das bei vielen Hobbygärtnern nicht gerade beleibt ist. Und doch hat die Pflanze viel zu bieten. Bekannt ist, dass Brennesseln schon um Christi Geburt genutzt wurden. Und zwar von Heilkundigen, die damit schmerzende, sprich: gicht- oder arthroseerkrankte Gelenke, gepeitscht haben.
Das ist sicherlich nicht jedermann Sache und wird manchem wohl eher als Folter denn Therapie erscheinen. Doch tatsächlich hat die Pflanze, die wir heute als lästiges Unkraut verfolgen, viele – auch ganz liebenswerte und nützliche -, “Gesichter”: Ganz gleich ob Tagpfauenauge, Admiral oder Kleiner Fuchs – viele unserer schönsten Falter besuchen Brennesseln zur Eiablage. Wer ein paar Brennesseln (etwa in den Nähe des Komposthaufens, wo sie gerne wachsen) in seinem Garten duldet, tut daher auch unserer bedrohten Insektenwelt etwas Gutes!
Für viele sind Brennesseln zudem untrennbar mit einer Kräuterfrühlings- und Entschlackungskur verwoben. Tatsächlich ist die harntreibende Wirkung der Pflanze schon länger bekannt. Außerdem enthalten Brennesseln mehrere Vitamine (vor allem C, aber auch B und K) sowie verschiedene Mineralsalze (unter anderem Kalium und Kalzium). Bei Reitern und Tieraltern sind sie daher ein beliebtes Zufutter und werden – leicht angetrocknet -, auch gerne genommen. Die Pflanzen wirken dann blutreinigend und harntreibend (gut als Unterstützungs-Therapie bei Blasen- und Nierenproblemen) und beugen Eisen- und Mineralstoffmangel vor. Gewusst wie, lassen sie sich sogar für den menschlichen Bedarf als Gemüse oder in Salaten nutzen. Zu diesem Thema gibt es heute etliche schöne Fachbücher wie “Ernte am Wegrand” oder “Essbare Wildpflanzen”. Stöbern macht Spaß, selbst wenn man nicht alles nachkocht und nicht überall selbst nascht/naschen mag!