Löwenzahn: Heilpflanze und Frühlingsbote
Bettseecher, Bettnässer oder Pissblume, so wird der Löwenzahn mitunter auch genannt. All` diese volkstümlichen Namen beziehen sich auf die harntreibende Wirkung der Pusteblume, die zudem den Gallenfluss anregt. In Volksmedizin und Naturheilkunde wurden und werden Kraut wie auch Wurzel genutzt. Zudem stellt die Pflanze eine wertvolle Bienenweide dar, die von Kleintieren gerne besucht wird.
Dabei wuchert die Kuhblume auf Weiden, Äckern und an Wegrändern und kann auf „fetten“ Wiesen auch schon einmal überhand nehmen. Zudem war sie in der Heilkunde – und das wohl bei vielen Völkern -, seit jeher von Bedeutung. Das lässt auch der wissenschaftliche Name, Taraxacum officinale, bis heute noch erahnen. Denn Traxacum kommt aus dem Arabischen und steht für Pflanzen, die medizinisch genutzt wurden!
Die Volksheilkunde empfiehlt Löwenzahn bei Appetitmangel und/oder Verdauungsbeschwerden. Zudem – aufgrund der vermehrten Harnausscheidung -, bei entzündlichen Problemen in diesem Bereich. Darüber hinaus soll die Pflanze rheumatische Beschwerden lindern und kann – in Form von Press-Säften und Salaten -, als (entschlackende) Frühjahrskur wie auch zur Blutreinigung genutzt werden.
Vorsicht ist allerdings bei Allergien auf Korbblütler geboten; zudem darf die Pflanze nicht bei einem Verschluss der Gallenwege und eitrig-entzündlichen Prozessen an der Gallenblase genutzt werden. Auch Magengeschwüre gelten als Gegenanzeige.
Von vielen wird das lästige Garten-Unkraut zudem als Viehfutter und/oder für den eigenen Kochtopf gesammelt. Bereits im zeitigen Frühjahr werden die noch zarten Blättchen geerntet und für Salate und als Gemüse genutzt. Wässern macht die Blätter, die von besonderen Feinschmeckern auch mit gebratenen Speckwürfeln serviert werden, deutlich milder. Kurios mag in diesem Zusammenhang manchen erscheinen, dass es der Löwenzahn auch in manche Giftfiebel geschafft hat: Der in Wurzeln und Stengeln enthaltende Bitterstoff kann nämlich, in Übermaß genossen, auch Brechdurchfälle hervorrufen!